Was kostet eigentlich ein Baby und
wo könnt ihr sparen?

Mehr als eine Million Franken soll ein Kind seine Eltern bis zum 18. Lebensjahr kosten. Diese Zahl hört man immer wieder. Doch stimmt das? So ganz genau können wir das nach vier Jahren noch nicht sagen. Wir haben aber sicherlich genügend Erfahrungen, um die wichtigsten Budgetposten inklusive Sparpotential mit euch zu teilen.

Lohneinbussen & Kinderbetreuung

Die wohl grösste Auswirkung auf euer Budget ist in den meisten Fällen wohl nicht das Geld das ihr mehr ausgebt, sondern das Geld das ihr nicht mehr verdient. Im Normalfall reduziert zumindest ein Elternteil sein Arbeitspensum deutlich. Leider ist das heutzutage in der Schweiz meist die Frau, auch wenn wir uns wünschen würden, dass es fairer verteilt wäre. Falls ihr beide weiterhin hochprozentig arbeiten möchtet, macht euch schon lange vor der Geburt Gedanken, wie ihr das regeln könnt. Habt ihr Familienangehörige, die euch helfen könnten, und dies auch zu 100% wollen? Wenn nicht: klärt die Kosten der externen Betreuung. Kita? Tagesmutter? Nanny? Es gibt viele Modelle, kosten tun sie alle. Allenfalls habt ihr ja Anspruch auf vergünstigte Kita-Plätze? Klärt dies unbedingt frühzeitig und proaktiv. Der Staat macht euch in den wenigsten Fällen auf solche Sachen aufmerksam. In den meisten Kantonen dürft ihr mit Kindern aber auch relativ grosszügige Steuer-Abzüge machen. Informiert euch auch hier schon im Voraus.

Krankenkasse

Rechnet zu Beginn mit etwa CHF 100.- pro Monat – die Prämien steigen aber leider schnell. Es lohnt sich Offerten zu vergleichen, gerade auch bei den Zusatzversicherungen. Familienrabatt gibt es leider nur selten, und oft nur ab dem dritten Kind, wenn überhaupt. Denkt schon früh über Upgrades auf Halbprivat und auch über Zahnversicherungen nach.

Babyzimmer und Kleider

Ihr kennt den Begriff «Nesting» sicher. Meist gegen Ende der Schwangerschaft erwacht bei der werdenden Mutter (manchmal auch beim Papa) der Nestbautrieb. Das Kinderzimmer muss nun fertig hergerichtet werden. Wenn ihr nun einfach impulsiv und unter Zeitdruck Sachen kauft, kann es sehr schnell, sehr teuer werden.

Die Kinderzimmer Grundausstattung, bestehend aus Babybettchen, Wickeltisch und Kommode kostet schnell hunderte von Franken. Ein neuer Kinderwagen kann tausend Franken und mehr kosten. Second Hand Möbel und Kinderwagen sind aber meist zu sehr guten Preisen auf den einschlägigen Online Auktionsplattformen zu finden – hier gibt es sehr viel Sparpotential. Fragt auch in der Familie und bei Freunden rum. Da sind oft wahre Schätze im Keller versteckt!

Auch wenn es schwerfällt: kauft keine tollen Nike Air Babysneaker in Grösse 19. Denn die meisten Sachen, die ihr kauft, werden unglaublich süss sein und – wie ihr später merken werdet –nicht wirklich praktisch sein. Investiert lieber ins Fünferpack Wickelbodys und Gallseife. Second Hand Läden sind auch immer einen Besuch wert, gerade wenn es um teurere Anschaffungen wie Winterjacken geht.

Last but not least. Ein Geheimtipp sind Facebook-Gruppen und der Facebook Marketplace. Hier haben wir schon wahre Schätze gefunden.

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Windeln und Essen

Falls euer Baby gestillt wird, fallen in den ersten Monaten keine grossen Kosten fürs Essen an – falls ihr ausschliesslich Milchpulver verwendet kommen nochmals um die CHF 100.- dazu, mit nochmals so viel müsst ihr pro Monat auch für Windeln einrechnen. Es müssen nicht immer die Marken-Windeln sein, solange euer Kind die Windeln gut verträgt, lohnt sich auch ein Besuch beim Discounter. Allenfalls sind ja auch Stoffwindeln ein Thema. Hier sind die Anschaffungskosten natürlich höher.

Freizeit, Reisen & Hobby

Hier werdet ihr definitiv viel Geld sparen. Warum? Weil ihr euch zumindest kurzfristig von eurer alten Definition von Ausgang, Freizeit und Hobby verabschieden werdet.

Die meisten Aktivitäten mit eurem Baby hingegen werden euch gerade zu Beginn nicht viel kosten. Erkundigt euch in eurer Gemeinde nach den Angeboten, meist gibt es viele kostenlose Familienaktivitäten.

Falls ihr auf ein Auto angewiesen seid, macht euch frühzeitig Gedanken, ob ihr später allenfalls ein grösseres Modell benötigt und wie ihr das finanzieren könnt. Je nachdem wo ihr lebt, geht es aber auch ohne Auto. Kinder benötigen unter sechs Jahren auch kein ÖV Ticket. Dies gilt aber nicht beim Fliegen. Ab zwei Jahren bezahlen Kinder grundsätzlich den vollen Preis. Die Zeit der Kinderrabatte von 50 und mehr Prozent ist vorbei… Solange die Kinder noch nicht in die Schule müssen, könnt ihr auch in der Nebensaison reisen und profitiert von Schnäppchen. Sobald ihr euch aber nach den Schulferien richten müsst, wird es teuer.

 

Unser Fazit

Wir haben uns vor der Geburt ausführlich mit unseren Einnahmen und Ausgaben beschäftigt und ein Budget erstellt. Wir empfehlen allen Eltern dies auch zu tun. Auch wenn es immer noch unvorhergesehene Sachen gibt, die ganz grossen Überraschungen bleiben so aus. Informiert euch auch bei der Väter/Mütterberatung, der Gemeinde, etc und lasst euch beraten. Gute Budgetvorlagen gibt es zum Beispiel auch bei der Budgetberatung.

Im Grossen und Ganzen bleibt als Familie in den allermeisten Fällen weniger Geld als vorher zur Verfügung. Die Familiengründung als Business-Plan zu betrachten ist aber definitiv der falsche Weg, hört auch auf euer Herz.

Ein Beitrag von:

Jérôme Lacourrège – mama rocks

Als stolzer Zweifach-Papa lebe ich mit meiner Familie in Zürich. Gemeinsam mit meiner Frau Deborah, schreibe ich im Blog mama rocks aus der Sicht als Mann und Vater über die grossen und kleinen Familien-Abenteuer.

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