Von grossen Reisen und grossen Fragen

Kurz vor dem Kindergarten noch einmal um die halbe Welt. Warum wir uns und unseren Kindern das ganz bewusst angetan haben.

Unsere Tochter ist seit diesem Spätsommer im Kindergarten. Für Sie begann eine grosse Reise, auf die sie sich wahnsinnig freute. Auch wir freuten uns mit ihr. Sehr sogar. Und doch. Die Kleinkindzeit ging zu Ende. Dies war und ist natürlich sehr emotional und hat auch ganz konkrete Auswirkungen auf unseren Alltag, gerade was die Ferien angeht.

Diesen Winter waren wir mit unseren Kindern drei Wochen in Australien. Im Nachhinein gesehen, hatten wir grosses Glück. Wir waren kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie wieder zurück in der Schweiz. Eine Reise wie diese ist wohl für eine lange Zeit so nicht mehr möglich, und die Art des Reisens wird sich sicherlich ändern in Zukunft. Wir sind uns aber sicher, dass Überseereisen mit Kleinkindern auch in Zukunft etwas Gutes sein können.

Doch bevor es damals losging, wurden uns viele Fragen gestellt.

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Warum wollt ihr gerade jetzt nochmals so lange so weit weg?
Wir wollten, bevor wir uns für mehr als ein Jahrzehnt an die Schulferien halten müssen, noch einmal reisen wohin wir wollen, und wann wir wollen.

Aber warum denn gerade Australien? Warum habt ihr euch das eigentlich angetan?
Wir sind überzeugt, dass uns die gemeinsame Zeit als Familie guttut. Gerade auch in einem etwas anderen Umfeld. So entdecken wir immer wieder Neues, können aber auch mal entspannt in den Tag hineinleben. Angst hatten wir keine. Warum auch? Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht. Wir hatten die Reiseapotheke gefüllt und wussten wo die Krankenhäuser sind im Fall der Fälle. Das Risiko ist soweit wie möglich minimiert, passieren kann uns überall etwas. Auch zuhause. Wie schon erwähnt, hatten wir grosses Glück und waren von der Pandemie noch nicht betroffen.

Denkt ihr eigentlich auch ans Klima?
Ja, unsere Reise produziert CO2. Sehr viel sogar. Pro Person etwas mehr als die Hälfte, die ein durchschnittlicher Erwachsener in der EU pro Jahr produziert. Da gibt es nichts schönzureden. Wir kompensieren es finanziell. Das ist ein kleiner Schritt, aber immerhin. Und wir versuchen im Alltag bewusst zu leben. Wir kaufen saisonal ein, essen wenig bis gar kein Fleisch und verzichten komplett auf ein Auto. Dass das alles trotzdem noch widersprüchlich ist, ist uns bewusst. Wie es halt so vieles im Leben ist.

Was haben kleine Kinder denn von so einer langen Reise?
Auch diese Frage wird uns oft gestellt. Zuallererst: auch Eltern haben Bedürfnisse was die Ferienplanung angeht. An die darf man durchaus auch mal denken, auch wenn Kinder grundsätzlich überall Spass haben können.
Ob sich der Zweijährige in zwanzig Jahren noch an diese Ferien erinnern wird ist tatsächlich mehr als nur fraglich. Aber er wird sich auch nicht mehr konkret an die vielen Büchlein erinnern, die wir mit ihm angeschaut haben. Er wird auch nichts mehr von den Abenteuerspielplätzen hier im Quartier wissen. Und doch wird da irgend etwas bleiben. Das Gefühl als Familie gemeinsame Erinnerungen geschaffen zu haben. Und geht es am Ende nicht einzig und alleine darum?

Ein Beitrag von:

Jérôme Lacourrège – mama rocks

Als stolzer Zweifach-Papa lebe ich mit meiner Familie in Zürich. Gemeinsam mit meiner Frau Deborah, schreibe ich im Blog mama rocks aus der Sicht als Mann und Vater über die grossen und kleinen Familien-Abenteuer.

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